Fachwissen · Richten

Rollenrichten oder Pressrichten?

Beide Verfahren korrigieren Verformungen mechanisch. Sie unterscheiden sich darin, wie die Kraft ins Werkstück eingebracht wird und welche Bauteile sich bearbeiten lassen.

Rollenrichten: wechselndes Biegen über die Fläche

Beim Rollenrichten wird ein geeignetes Flachprodukt durch versetzt angeordnete Walzen geführt und wechselnd gebogen. Das Verfahren bearbeitet das Werkstück im Durchlauf und kommt insbesondere für Bleche und passende Brennteile in Betracht.

Es ist interessant, wenn Form und Abmessungen eine sichere Führung durch die Anlage erlauben. Bei wiederkehrenden Werkstücken kann der kontinuierliche Bearbeitungsablauf wirtschaftliche Vorteile bieten.

Pressrichten: Kraft gezielt ansetzen

Beim Pressrichten liegt das Werkstück auf definierten Auflagen. Die Presse bringt die Richtkraft gezielt in ausgewählte Bereiche ein. Nach der Entlastung wird die Form kontrolliert und bei Bedarf weiter korrigiert.

Damit lassen sich örtliche Verzüge und Werkstücke bearbeiten, die aufgrund ihrer Dicke oder Geometrie nicht zur Rollenrichtanlage passen. Zugänglichkeit, Auflage und Werkstoffverhalten bestimmen, wie die Korrektur erfolgen kann.

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick

Rollenrichten: Bearbeitung im Durchlauf, wiederholte Wechselbiegungen und ein durch die Anlage begrenzter Bereich aus Dicke, Breite und Werkstofffestigkeit.

Pressrichten: schrittweise Bearbeitung an ausgewählten Druckpunkten, individuell angepasste Auflagen und gezielte Korrekturen. Die erforderlichen Kräfte hängen unter anderem von Querschnitt, Festigkeit und Auflageabstand ab.

Welches Verfahren genauer oder günstiger ist, lässt sich daher nur für die konkrete Aufgabe beurteilen. Eine hohe Presskraft oder eine hohe Zahl von Richtwalzen allein garantiert kein bestimmtes Ergebnis.

Welcher Bearbeitungsweg passt zu Ihrem Teil?

Für die Auswahl sind vier Fragen besonders hilfreich: Wie sieht die Verformung aus? Welche Abmessungen und welche Materialgüte liegen vor? Welche Ebenheit wird benötigt? Welche Bearbeitungsschritte folgen?

BEB verfügt über Rollenrichtanlagen und hydraulische Richtpressen. Damit kann die Verfahrenswahl am Werkstück und am geforderten Ergebnis ausgerichtet werden. Auch eine Kombination von Bearbeitungsschritten lässt sich im Einzelfall prüfen.

Anfrage mit klarer Zielvorgabe

Senden Sie eine Zeichnung, Fotos und Angaben zu Werkstoff, Materialzustand, Abmessungen, Stückzahl und Gewicht. Beschreiben Sie den vorhandenen Verzug und die geforderte Ebenheit einschließlich Messbezug.

Nennen Sie auch nachfolgende Schweiß- oder Zerspanungsschritte. So kann BEB beurteilen, ob Rollenrichten, Pressrichten oder ein abgestimmter Bearbeitungsablauf für Ihre Aufgabe geeignet ist.

Ihr nächster Schritt

Sprechen wir über Ihr Werkstück.

Mit Zeichnung, Werkstoff, Abmessungen und gewünschtem Ergebnis können wir Ihre Anfrage gezielt prüfen.

Fachwissen

Fachwissen zum Thema

Alle Fachartikel ansehen